Hackerangriff Sony und Obamas Forderung nach Meldepflicht

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Das Leben hat sich mit der fortentwickelten Technologie aus der Realit√§t in die Virtualit√§t verlagert. Das gilt f√ľr seine sch√∂nen Seiten genauso, wie f√ľr die unsch√∂nen, so beispielsweise f√ľr die Kriminalit√§t. Fr√ľher stahl man Elektronik aus L√§den. Heute stiehlt man elektronisch Daten und die Techniken dazu entwickeln sich mit derselben Geschwindigkeit, mit der sich die Technik selbst entwickelt. W√§hrend des vergangenen Jahres fielen in den USA Gro√üunternehmen wie Target oder Home Depot gro√ü angelegtem Datenklau zum Opfer. Auf diese zunehmend brisante Aktualit√§t von Datendiebstahl und Datensicherheit reagiert Pr√§sident Obama Anfang 2015 mit einem neuen Gesetzesentwurf, der sich mit Sch√ľlerdatenschutzbestimmungen und der Meldepflicht von Hackerangriffen befasst. Bislang war die Meldepflicht bei Datenklau in den einzelnen L√§ndern der USA uneinheitlich geregelt. Der Entwurf des neuen Bundesgesetzes soll das √§ndern und eine einheitliche Zeitspanne von 30 Tagen festsetzen, innerhalb derer gehackte Konzerne ihre Kunden √ľber die Vorf√§lle informieren m√ľssen. Ob dieses Gesetz wohl die Lage f√ľr das j√ľngste von einem Datenschutz-Skandal geplagte Gro√üunternehmen Sony verbessert h√§tte?

Wie f√ľr einen gro√üen Namen in Hollywood erforderlich, kann auch Sony Pictures, Tochterunternehmen des japanischen Sony-Konzerns, mit Skandalen umgehen ‚Äď so stand bislang zu vermuten. Als eine der namenhaftesten Filmproduktionsfirmen Hollywoods darf das Unternehmen sogar auf mehrere selbst lancierte Skandale zur√ľckblicken ‚Äď zuletzt durch Produktionen wie „The Interview“, in der seine Hauptdarsteller James Franco und Seth Rogen den Zuschauer der fiktiven Ermordung des Nordkoreanischen Diktators Kim Jon-un beiwohnen lassen. Franco treibt diese Skandalhascherei mit diversen Facebook-Posts Ende des vergangen Jahres auf die Spitze. Weltweite Aufmerksamkeit war „The Interview“ damit sicher. Das sind die Skandale, die Filmproduktionen gro√ü machen, aber dann gibt es da noch solche, die Filmproduktionen bis hin zu ganzen Gro√ükonzernen zerst√∂ren k√∂nnen. Wie eng beides manchmal beieinander liegt, muss Sony Ende 2014 erleben, als eine bisher unbekannte Hackervereinigung mit dem Namen „Guardians of Peace“ Ende November 100 Terabyte vertrauliche Daten aus dem internen Firmennetzwerk kopiert, wovon √ľber 150 Gigabyte wenig sp√§ter im Internet kursieren. Email-Adressen, Sozialversicherungsnummern, Handynummern und Gehaltslisten von Hollywoodstars wie Tom Cruise geh√∂ren genauso zur Ausbeute wie Drehb√ľcher geplanter Gro√üproduktionen, Projektskizzen, Krankenakten und interne Passw√∂rter f√ľr FedEx oder YouTube. Experten sch√§tzen den Schaden auf bis zu eine halbe Milliarde Dollar. Die Summe ergibt sich nicht zuletzt aus dem Imageverlust und den bisher eingereichten Klagen der rund 50.000 Sony-Mitarbeiter, deren pers√∂nliche Daten der Konzern nicht ausreichend gesch√ľtzt hat. Millionenfach ungesicherte Dokumente mit sensiblen Daten, eine unzureichende Firewall und Einzeldateien, die s√§mtliche Passw√∂rter enthalten, sind diesen Vorw√ľrfen Zeuge. Der zerst√∂rerische Hackerangriff soll mittlerweile auf Nordkorea lokalisiert worden sein. Ob sich die Nordkoreanische Welt mit diesem virtuellen Skandal, wie vielerorts vermutet, tats√§chlich f√ľr „The Interview“ und den Filmtod von Kim Jon-un r√§chen will, bleibt im Dunkeln. Sonnenklar ist aber, dass der Sony-Skandal als ein Inspirationsgeber f√ľr Obamas geplante 30-Tage-Pflicht der bislang gr√∂√üte und skandal√∂seste Hack ist, der auf ein Unternehmen jemals statt gefunden hat ‚Äď und das spektakul√§rer Weise bei einem Unternehmen, in dessen Natur Spektakel und Skandal seit jeher liegen. Der einzige Hackerangriff auf Gro√ükonzerne war dieser in j√ľngster Zeit aber bei weitem nicht. Vor gar nicht allzu langer Zeit war sogar Sony selbst schon betroffen, als Hacker aus dem Playstation-Network millionenfach User-Daten stahlen.

Experten sehen die fatalen Datendiebst√§hle an Sony, Target und Home Depot erst als Anfang. Obamas geplanter Passus mag die Lage f√ľr Privatpersonen und User verbessern. Firmen und Firmeninhaber sind vor Datenklau, Imageverlust und finanziellem Schaden bis hin zur Insolvenz aber auch dann nicht gefeit. Um sich selbst zu sch√ľtzen, sind alle Unternehmen zu bestm√∂glicher Datensicherung verpflichtet. Viele IT-ler gehen davon aus, dass etwa 40 Prozent aller gespeicherten Daten sensible sind, die zus√§tzlichen Schutz bed√ľrfen. Nur 20 Prozent davon sollen ihren Einsch√§tzungen zufolge allerdings unter Zusatzschutz stehen. In Anbetracht der j√ľngsten Geschehnisse ist das fahrl√§ssig. Sicherheitsl√∂sungen, wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung, k√∂nnten ganze Firmen retten. Sonys Michael Lynton sieht trotz des Skandals eine Zukunft f√ľr das Unternehmen. Das d√ľrfte genauso viel mit der Skandal-Erfahrung der Filmindustrie wie mit ihren finanziell surrealen Investitionsspielr√§umen zu tun haben. Ein durchschnittliches Unternehmen jedenfalls w√ľrde ein Skandal wie dieses nicht verkraften und sollte sich deswegen bestm√∂glich absichern.

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