PayPal will zukĂĽnftig Implantate zur Authentifizierung der Kunden einsetzen

technology-662833_1280

Der Bezahldienst PayPal setzt beim Thema Sicherheit auf eine neue Technologie: die „Natural Body Identification“. Das bedeutet, dass die Kunden von PayPal sich demnächst über Implantate identifizieren sollen, die in den Körper eingepflanzt werden. Einfacher ausgedrückt: PayPal möchte, dass die Kunden zukünftig ihren Benutzernamen injizieren und ihr Passwort essen. Und nein, das ist kein Witz. PayPal-Chef-Entwickler Jonathan Leblanc sehe das als eine neue Art der Datensicherung, wie er gegenüber dem „Wall Street Journal“ mitteilte. Die einfache Zwei Faktor-Authentifizierung reiche in Zukunft nicht mehr aus, um sich vor Hackern zu schützen. Aus diesem Grund arbeitet das Unternehmen bereits mit Partnern an der Entwicklung dieser neuen Sicherheitsmethode.

Bei dieser Erkennungsmethode sollen Chips zur Datensicherheit in den menschlichen Körper eingepflanzt werden, eventuell können auch kleine Geräte geschluckt werden. Mithilfe der Magensäure erhalten diese Geräte dann die notwendige Stromzufuhr, um zu funktionieren.

Mit der „Natural Body Identification“ können sich Nutzer demnächst mit dem ganzen Körper identifizieren. Dies sei eine sichere Methode, um sich vor Hackern zu schützen, da die Identifizierung durch Implantate nur schwer nachgeahmt werden könne. Ob und wann Paypal auf diese neue Methode setzt, ist bisher noch unklar. Fakt ist, dass sich das Unternehmen derzeit mit neuen Methoden zur Sicherung von Daten beschäftigt.

In den zum Einsatz kommenden Methoden zur Zwei-Faktor-Authentifizierung gibt es bei PayPal bereits eine ganze Historie. Vor einiger Zeit setzte PayPal aus Sicherheitsgründen auf die zusätzliche Authentifizierung mit einem One Time Password (OTP), einem sechsstelligen Zahlencode, den der Nutzer per SMS bekommt und zusätzlich zu Benutzername und Passwort eingibt. Das OTP wurde dann von dem sogenannten Fingerabdruck-Scanner abgelöst. Aber auch dieses Verfahren wurde mittlerweile ad acta gelegt und von Leblanc als veraltet bezeichnet. Gesucht wird also eine innovative Lösung, die sowohl sichere als auch benutzerfreundlich ist. Aber müssen es direkt Implantate sein?

Implantate sorgen für handfeste Tatsachen beim Nutzer. Nicht nur, dass der Nutzer der Entscheidung des Unternehmens ausgeliefert ist, ob es weiterhin auf diese Art der Technologie setzt oder nicht. Auch im Falle eines Angriffs durch Hacker ist der Nutzer den Folgen völlig ausgeliefert.

Ein weiterer Grund zur Skepsis kann das ständig nach außen funkende Implantat sein. So ein Signal lädt zum Missbrauch ein und lässt sich zum Beispiel zur Überwachung im öffentlichen Raum nutzen. Ein tiefgreifender Einschnitt in die Privatsphäre, dessen Gefahr sich der Nutzer bewusst sein sollte.

Derzeit hat PayPal circa 20 Millionen registrierte Nutzer. 20 Millionen Menschen, die eine Entscheidung treffen können, welche Form ein zusätzlicher Authentifizierungsfaktor haben sollte. Mehr Sicherheit: Ja. Das ist wohl eindeutig im Interesse des Nutzers. Gerade bei so sensiblen Diensten wie PayPal, die mit Konto- und Finanzdaten umgehen. Aber wieweit darf ein Authentifizierungsverfahren in die Persönlichkeitsrechte eingreifen? Diese Frage sollte jeder Nutzer für sich selbst beantworten.

Bitte um den ersten Kommentar.

Mitdiskutieren

Sie können dieseHTML Schlagworte und Eigenschaften verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>