VerschlĂŒsselte Freiheit – Apples Datenschutzkampf zwischen Idealismus und Eigeninteresse

SpĂ€testens seit mit den EnthĂŒllungen von Edward Snowden das gravierende Ausmaß staatlicher Zugriffsversuche auf die großen amerikanischen Tech-Unternehmen öffentlich gemacht worden war, befinden sich selbst Branchenriesen wie Apple in einer Ă€ußerst unangenehmen Position. Das Datenschutz-Bewusstsein wĂ€chst auch beim ganz normalen Endkunden, der sich zunehmend fragt, ob die persönlichen Daten in den Betriebssystemen und Cloud-Diensten von den US-amerikanischen Unternehmen Apple, Google oder Microsoft weiterhin gut aufgehoben sind. Selbst wenn daraus resultierende Verluste nur schwer zu erfassen sind, wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Snowden AffĂ€re einen Schaden von bis zu 35 Billionen Dollar durch den Vertrauensverlust von nicht-amerikanischen Kunden verursacht hat.

Vor diesem Hintergrund wird die Brisanz der aktuellen Auseinandersetzung zwischen dem FBI bzw. der US-Regierung und Apple besonders deutlich: Nachdem 14 Menschen in einem islamistischen Terrorangriff im kalifornischen San Bernadino ermordet worden waren, gelangten die Ermittler an das iPhone der AttentĂ€ter. Aufgrund der mit iOS 9 verwendeten PIN-VerschlĂŒsselung war es den FBI-Technikern nun nicht möglich, fĂŒr die Ermittlungen als wichtig erachtete Daten auszulesen. Da als additionaler Sicherheitsmechanismus ein Counter implementiert wurde, der bei mehr als zehn gescheiterten Zugriffsversuchen den Speicher löscht, stellten die Techniker des FBI alle Versuche ein, das TĂ€ter-Handy zu knacken, und stellten an Apple die Forderung, die eigenen Sicherheitsmechanismen zu kompromittieren.

Doch Apple verweigerte dem FBI eine Kooperation mit der BegrĂŒndung, dass die Schaffung einer Backdoor das gesamte Sicherheitskonzept fĂŒr alle Apple-Nutzer infrage stellen wĂŒrde, was den Streit eskalieren ließ. WĂ€hrend das Justizministerium versucht, Apple gerichtlich zum Einrichten einer Zugriffsmöglichkeit fĂŒr FBI-Ermittler zu zwingen, treten mehr und mehr der bedeutenden amerikanischen Technologie-Unternehmen an die Seite des iPhone-Herstellers: Neben Google und WhatsApp mittlerweile auch Facebook und Twitter. Googles Sundar Pichai sieht als die grĂ¶ĂŸte Gefahr einer Kooperation zwischen Apple und dem FBI die Schaffung eines PrĂ€zedenzfalls. Ist diese Grenze einmal ĂŒberschritten, könnten Behörden und Gerichte bei allen Ă€hnlichen Situationen auf diese Zusammenarbeit verweisen und damit quasi eine Backdoor fĂŒr jedes Sicherheitskonzept einfordern. Ganz im Gegensatz zur Aufhebung der Datensicherheit soll die von Apple schrittweise eingefĂŒhrte zweistufige Authentifizierung fĂŒr die Apple-ID den Schutz persönlicher Fotos und Dokumente noch erheblich verstĂ€rken. Bei dieser Authentifizierung wird bei dem erstmaligen Anmelden mit der Apple-ID auf einem neuen GerĂ€t ein sechsstelliger Code separat an die Rufnummer verschickt, der dann zusĂ€tzlich zur Apple-ID und dem Kennwort eingegeben werden muss. Diese neue Funktion fĂŒr iOS 9 ist optional. Die Methode des One-Time-Password (OTP) ist umstritten, weil sie nicht sicher genug ist. Da der Nutzer eine SMS mit dem Code auf sein Handy bekommt, ist es fĂŒr Hacker möglich, diese SMS abzufangen und sich anschließend mit dem Code Zugang auf die GerĂ€te der Nutzer zu verschaffen. Generell sollte der zweite Faktor bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung daher nie auf demselben EndgerĂ€t verwendet werden, sondern immer außerhalb des GerĂ€tes liegen.

Seit der Aufnahme des Kriegs gegen den Terrorismus als Konsequenz nach den September-AnschlĂ€gen von 2011 ist es zu einer der großen gesellschaftlichen Herausforderungen geworden, eine gesunde Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden. Wie der NSA-Skandal gezeigt hat, haben die US-amerikanischen Behörden offensichtlich das gesunde Maß verloren, wenn es um die Eingriffe in die PrivatsphĂ€re und die Beschneidung der freiheitlichen Grundrechte ihrer BĂŒrger geht. Wenngleich der Wunsch des FBI, mehr ĂŒber weitere Kontakte der AttentĂ€ter herauszufinden, um damit u.U. zukĂŒnftige AnschlĂ€ge verhindern zu können, absolut verstĂ€ndlich ist, muss irgendwo ein Schlussstrich gezogen werden, um das Kontroll- und SicherheitsbedĂŒrfnis nicht die Werte untergraben zu lassen, die die demokratische Gesellschaft ausmachen. NatĂŒrlich geht es Apple-Kopf Tim Cook um mehr als nur idealistisch geprĂ€gtes Verteidigen von Datenschutz-Prinzipien. Es geht auch darum, verlorenes Vertrauen von Kunden – sowohl inner- als auch außerhalb der USA – zurĂŒckzugewinnen. So ist auch zu verstehen, wie schnell sich die Konkurrenz an die Seite Apples gesellt hat. FĂŒr die Tech-Riesen Amerikas ist diese Auseinandersetzung die Gelegenheit, der ganzen Welt zu demonstrieren, dass sie in der Lage sind, dem NSA-Kontrollwahn zu trotzen.

Auch wir von CosmoKey unterstĂŒtzen Apple in dieser Auseinandersetzung. FĂŒr uns hat die Datensicherheit höchste PrioritĂ€t, egal ob auf dem Handy oder auf dem PC / Laptop. Aus diesem Grund ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung in der heutigen Zeit ein wichtiges Thema, um seine privaten und geschĂ€ftlichen Daten ausreichend schĂŒtzen zu können. Denn kaum etwas ist schlimmer, als wenn die vertraulichen Daten in fremde HĂ€nde geraten. So muss man auch Apple verstehen, die die privaten Daten ihrer Nutzer schĂŒtzen möchten und auch sollten. Nicht umsonst hat Apple zur Sicherheit einen Counter implementiert, der bei mehr als zehn gescheiterten Zugriffsversuchen den Speicher automatisch löscht.

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